|  Druckversion
 

 
 
Home
 
 
News
 
 
Kunst & Kultur
 
 
Reisen und Freizeit
 
 
Event´s & Veranstaltungen
 
 
Sport
 
 
Musik
 
 
Kino & Film
 
 
Stars & Sternchen - Klatsch & Tratsch
 
 
Wohnen & Einrichten
 
 
Bücher
 
 
Auto & Verkehr
 
 
Technik & Trend`s
 
 
Hund Katze Maus...
 
 
ONGURU klärt auf
 
 
Bildergalerien
 
 
Downloads
 
 
Gewinnen mit ONGURU
 
 
Kontakt
 
 
Impressum
 
 
AGB
 
 
Suche
 
 
Links & Partner aus Kunst & Kultur
 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 

Home : hundkatzem : Tintenfisch : TINTENFISCH - Krake - Kalmar - Sepia - Nautilus und Co.

TINTENFISCH - Krake - Kalmar - Sepia - Nautilus und Co.

TINTENFISCHE



"Besserwisser" meinen: Tintenfische sind doch gar keine Fische! Da haben sie völlig Recht, denn trotz ihres Namens gehören Tintenfische zu den Weichtieren. Sie stammen von Schnecken ab und werden deshalb korrekterweise Tintenschnecken genannt. Was aber wahrscheinlich nicht jeder Besserwisser weiß: Wo ist eigentlich der Unterschied zwischen Tintenfisch, Krake, Oktopus, Kalmar und Sepia? Und was hat ein Perlboot damit zu tun?

Tintenfisch, Krake und Co.
Der Begriff Tintenfisch ist eine Sammelbezeichnung. Er kennzeichnet in der Klasse der Kopffüßler die Unterklasse, zu der Oktopus, Kalmar, Sepia und Nautilus gehören.
Der Oktopus ist der am weitesten entwickelte Tintenfisch. Er hat acht Tentakel, ist ein ausgesprochener Höhlenbewohner und geht nur nach draußen, wenn er Nahrung oder einen Paarungspartner sucht. Er ist ein Meister der Tarnung, ein listiger Jäger und kommt durch den kleinsten Spalt: ein ausgewachsener Oktopus zwängt sich ohne Probleme durch ein drei Zentimeter großes Loch. Seine Gabe sich dünn zu machen und die Kraft seiner Arme machen ihn auch zum Ausbruchkünstler aus Aquarien.
Der Oktopus gilt als das intelligenteste wirbellose Tier. Experten vergleichen seine Intelligenz mit der von Ratten. Taucher wissen, dass diese neugierigen und fantasiereichen Tiere sich immer wieder neue Tricks einfallen lassen um sich zu verstecken. Sie bauen Höhlen aus Steinen und Muscheln und benutzen dabei sogar abgestorbene Korallenbruchstücke als Werkzeug. Wissenschaftler gehen sogar so weit den Kraken unterschiedliche Persönlichkeiten und einen ausgesprochenen Spieltrieb zuzuschreiben. Wahrscheinlich ist die Entwicklung der Intelligenz für die Kraken überlebenswichtig: Im Laufe der Evolution haben sie ihre schützende Schale, wie sie der Nautilus noch besitzt, völlig verloren. Bei Haien, Delfinen und Pottwalen gelten Kraken als Leckerbissen.

Tarnung ist alles. Innerhalb von Sekundenbruchteilen können Kraken ihre Farbe und die Form ihrer Oberfläche wechseln. Sie passen sich dabei so perfekt an die Umgebung an, dass sie selbst bei genauem Hinsehen oft nur schwer zu erkennen sind. Das bunte Farbenspiel erreichen sie durch besondere Farbzellen in der Haut, den Chromatophoren, die mit Muskelkraft aktiviert werden. Die Kraken selbst bekommen davon nicht viel mit: Sie sind nämlich farbenblind.



Kalmar
Kalmare kann man gut an ihrer lang gestreckten, zylindrischen Form erkennen. Sie haben zehn Arme: acht "normale", und zwei lange Fangarme. Diese sind vorne löffelförmig verbreitert und dicht mit Saugnäpfen besetzt. Die Kalmare schleudern sie blitzschnell nach ihrer Beute, die daran hoffnungslos kleben bleibt. Kalmare sind die Hochleistungsschwimmer unter den Tintenfischen. Sie haben einen lang gezogenen, torpedoartigen, äußerst stromlinienförmigen Körper und leben im freien Wasser. Dort können sie mit bis zu 3 Metern pro Sekunde (!) davon schießen. Möglich wird ihnen das durch ihren Jetantrieb: Sie saugen Wasser in ihre Mantelhöhle, pressen es schlagartig durch eine kleine Öffnung, den Sipho, wieder heraus und sausen so davon. Um so schnell reagieren zu können müssen sich die Mantelmuskeln blitzschnell und überall gleichzeitig zusammenziehen. Die Kalmare haben zu diesem Zweck extrem dicke Nervenfasern entwickelt, die die Nervenimpulse besonders schnell weiterleiten können.

Das Haustier der Neurobiologen
Wegen ihrer dicken Nervenfasern sind Kalmare auch interessante Forschungsobjekte für die Neurobiologie. Denn die Biologen haben lange darüber gerätselt, wie sich Nervenimpulse übertragen. Sie wussten zwar, dass die Nerven durch elektrische Impulse erregt werden. Doch wie diese elektrischen Impulse tatsächlich zustande kommen und wie sie wandern konnte man lange Zeit nicht untersuchen. Die Nerven der untersuchten Tiere waren einfach zu klein und die Messgeräte zu groß um in einer Nervenzelle oder einer einzelnen Nervenfaser (Axon) elektrische Messungen machen zu können.
1936 kam die Wissenschaft aber einen entscheidenden Schritt voran: Der britische Zoologe J. Z. Young zeigte, dass die riesigen Gefäße des Kalmars, die man bis dahin immer für Blutgefäße gehalten hatte, in Wirklichkeit Nervenfasern sind. Diese Fasern, so genannte Riesenaxone, können bis zu einem Millimeter dick sein, etwa so dick wie die Mine eines Druckbleistifts und 100 Mal dicker als eine "normale" Nervenfaser. Sie sind dick genug um Elektrodendrähte in sie hineinstecken zu können. Der Kalmar machte damit einen Quantensprung in der Neurobiologie möglich: Man konnte die elektrischen Vorgänge direkt in der Nervenzelle messen und dem Mechanismus des Nervenimpulses auf die Spur kommen.

Das überraschende Ergebnis war die Entdeckung, dass Nervenimpulse nicht kontinuierlich fließen so wie elektrischer Strom durch eine Leitung fließt, sondern sie werden "digital" übertragen: Signale anderer Nerven- oder Sinneszellen, die in einer bestimmten Zeitspanne an einer Nervenzelle ankommen, werden dort zusammengezählt. Überschreitet ihre Stärke eine bestimmte Schwelle, löst das in der Nervenzelle einen Impuls aus, der immer die gleiche Größe hat. Dieses Prinzip wirkt nicht nur bei Kalmaren, sondern bei allen Tieren und auch beim Menschen. Für diese Entdeckung erhielten die Biologen Alan Lloyd Hodgkin und Andrew Huxley 1963 den Nobelpreis.



Sepia

Die Sepia hat wie der Kalmar zehn Arme. Ihr Körper ist aber gedrungener und schwerfälliger und sie ist auch keine so ausdauernde Schwimmerin. Wenn es darauf ankommt, kann aber auch sie pfeilschnell davon sausen. Sie lebt bevorzugt am Boden, wo sie sich im Sand eingräbt und auf Beute lauert. Die Sepia hat noch einen Rest der ursprünglichen Molluskenschale behalten: Sie hat ihn als so genannten Schulp in den Körper hineinverlagert und nutzt ihn als Auftriebskörper. Die meisten von uns kennen den Schulp - ohne zu wissen, dass er von der Sepia stammt - als das weiße Ding, das wir unseren Wellensittichen und Kanarienvögeln zum Schnabelwetzen in den Käfig stecken.
Nicht nur Sepien, sondern auch die anderen Tintenfische haben eine besondere Fähigkeit abgetrennte Arme zu regenerieren. Bei der Jagd passiert es immer mal wieder, dass sie einen Arm oder einen Teil davon verlieren. Diesen Verlust können sie ohne Probleme ersetzen. Die Zellen an der Wunde entwickeln sich zurück. Waren sie vorher spezialisiert auf Muskelgewebe, Nerven oder Haut, werden sie wieder zu Alleskönnern: Wie beim Embryo fangen sie noch einmal ganz von vorne an. Nach und nach wächst ein kompletter neuer Fangarm heran, einschließlich der Anlagen für neue Saugnäpfe.



Nautilus oder Perlboot
Der älteste lebende Vertreter der Tintenfische ist das Perlboot oder Nautilus. Weil er sich seit Millionen von Jahren nicht mehr verändert hat, wird er auch als "lebendes Fossil" bezeichnet. Er hat nicht nur acht oder zehn Arme, sondern sogar bis zu 90 Tentakel. Die sind allerdings klein und klebrig und besitzen keine Saugnäpfe. Als einziger unter den Tintenfischen hat der Nautilus noch eine äußere Schale. Sie hat eine perfekte Symmetrie: Eine logarithmische Spirale, die immer im gleichen Verhältnis in die Länge und in die Breite wächst. Die Schale ist in Kammern unterteilt und wächst mit dem Tier mit. Der Nautilus lebt jeweils in der vordersten Kammer. Die hinteren Kammern sind mit Gas gefüllt und dienen als Auftriebskörper. Der Nautilus kann die Gasfüllung der Kammern regulieren und dadurch im Wasser auf und ab schweben. Er ist auch der einzige Tintenfisch, der keine Tinte spuckt.

B.Ru

Quelle:Planet Wissen
Bilder: Quarks