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Ein
spanischer Künstler gibt in Deutschland seine Traditionen weiter
Sein Leben sind die Kunst und die Musik - und dafür wurde
der in Deutschland lebende Spanier Jorge La Guardia mit einem Orden
ausgezeichnet.
Das Atelier des Künstlers Jorge La Guardia (*21.04.1937) liegt
mitten in Hannover in einem Hinterhof. In dem kleinen Raum hängen und stehen
zahlreiche Werke des in Granada in Spanien geborenen Malers, Bildhauers und
Musikers. Er selbst sitzt auf einem Sessel und zupft gedankenverloren auf einer
von seinen drei Gitarren eine andalusische Melodie. Die Musik und die Kunst -
sie bestimmen Jorge La Guardias Leben. «Ich liebe die spanischen Traditionen
und will ein bisschen davon an die hier aufwachsenden Generationen weiter
geben», sagt er.
Für seine Bemühungen um die spanische Kultur wurde La Guardia
Ende 2005 mit einem Ehren-Orden der spanischen Regierung ausgezeichnet. «Ich
habe ihn selbst vorgeschlagen», erzählt Enrique Sardá-Vallis, der Generalkonsul
des Königreichs Spanien in Niedersachsen. «Jorge ist ein sehr engagierter und
großzügiger Mensch. 30 Jahre lang hat er zum Beispiel Gitarrenunterricht in der
spanischen Gemeinde gegeben - unentgeltlich», begründet der Konsul die Auszeichnung.
Diese Gemeinde ist in den vergangenen Jahren kleiner geworden. «Derzeit leben
in Hannover nur noch rund 5000 Spanier. Anfang der siebziger Jahre waren es
vier Mal so viele», sagt Sardá-Vallis.
Im Jahr 1961 war auch Jorge La Guardia nach Deutschland gekommen
- aus wirtschaftlichen und aus politischen Gründen, wie er sagt. Zuerst
arbeitete der gelernte Schmied in Fabriken und nur nebenbei als Künstler. Es
war keine einfache Zeit, die bei ihm Spuren hinterlassen hat. In seiner
Werkstatt hängt zwischen großformatigen Bildern mit kräftigen Farben und
schwungvollen Strichen auch das Bild eines Männergesichts mit dunkeln Haaren
und übergroßen, traurigen Augen. Es heißt «Emigrante». Gemalt hat es La Guardia
im Jahr 1999. Seine anderen Werke zeigen abstrakte Formen und gegenständliche
Motive.
Sein Durchbruch als Künstler gelang ihm Mitte der siebziger
Jahre. Da wurden einige seiner Plastiken in Hannoverschen Wohngebieten
aufgestellt. Heute stehen sieben Kunstwerke in der Stadt. Später stellte ein
Unternehmen La Guardia als Kunstberater ein und ihm ein Atelier zur Verfügung.
Seitdem hat er sich nur noch auf die Kunst konzentriert, zuerst Metallarbeiten
gemacht und sich dann mehr und mehr der Malerei gewidmet. «In den achtziger
Jahren habe ich vor allem auch viel Musik gemacht», erzählt der versierte
Flamenco-Gitarrist. Jorge La Guardia war maßgeblich an der Szene beteiligt, die
damals entstanden ist und noch heute besteht.
Früher hat La Guardia seine Werke nicht nur in Deutschland,
sondern auch in Spanien ausgestellt, wo ein Teil seiner Familie lebt. Zurück
ins Land seiner Väter will er nicht. «Hannover ist meine Heimat. Ich liebe
diese Stadt», sagt er. Seine spanische Staatsbürgerschaft hat er trotzdem
behalten: «Wir sind doch jetzt sowieso alle Europäer.» Die Fußball-WM
interessiert den Künstler zwar weniger. Doch wenn im Rahmenprogramm eine seiner
alten Flamenco-Gruppen auftritt und ihn um Unterstützung bittet, wird
vielleicht auch er mit dabei sein.
Holger Schumacher
Quelle Text und Bild: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
Bild: Jorge La Guardia führt seit 30 Jahren ein Atelier in
Hannover Quelle: dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH
Weitere Informationen: Kontakt: Jorge La Guardia Galerie
E-Damm 13 Engelbosteler Damm 13 30167 Hannover Tel.: +49-(511)-270 76 03 Fax
+49-(511)-270 76 04 E-Mail: sylvia.fdz@htp-tel.de |