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Home : kunst_kultur : kuenstlerbedulexi : Künstlerbedarf und Lexikon

Künstlerbedarf und Lexikon

Onguru ist K(lasse) R(asant) E(loquent) A(temberaubend) T(atkräftig) I(nformiert) V(orne)

Egon Schiele


 

Auflage:

Eine Original-Druckgrafik wird fast immer in limitierter und numerierter Auflage verlegt. Über die Höhe der Auflage entscheidet der Künstler aber auch die Abnutzung des Druckträgers. Außerhalb der festen Auflage erscheinen oftmals 10 - 20 % als E. A.-Exemplare (franz.: épreuve d'artiste), die zum Teil auch als "Probe" oder "Erstabzug" bezeichnet werden. Die H. C.-Exemplare sind meist für den Verleger reserviert. "Hors de commerce" bedeutet so viel wie "außerhalb des Handels". Nach dem Drucken der Gesamtauflage wird der Druckträger unbrauchbar gemacht.                                                       

Bronzeguss:

Bei der fünftausend Jahre alten Technik des Bronzegusses modelliert der Künstler sein Modell, der späteren "Plastik", aus einem beliebigen Material. Dieses wird in eine Kautschukmasse eingebettet und nach dem Binden wird das Modell herausgeschnitten. Diese Negativform wird mit flüssigem Wachs ausgegossen und nach dem Erkalten die neue Positivform herausgeschnitten, die wiederum mit Einfüllstutzen versehen wird. Das Wachsmodell wird mit Keramik überzogen und anschließend im Ofen gebrannt, wobei das Wachs verbrennt. Man erhält so die Negativform für den Bronzeguß, in welche die flüssige Bronze eingefüllt wird und erkaltet. Nach dem Entfernen der Keramik verleiht der Künstler der Skulptur durch weitere Bearbeitung ihre besondere Patina.

Gouache:

Die Gouache ist die Technik bei der der Künstler mit deckenden Wasserfarben, die mit harzigem Binder und weißen Füllstoffen vermischt werden, auf das Papier malt.

Linolschnitt:

Auf die Linolplatte wird seitenverkehrt das Motiv vom Künstler aufgezeichnet. Ähnlich einem Stempel bleibt das Bildmotiv stehen, während die Teile die nicht gedruckt werden sollen mit einem Schneidemesser entfernt werden. Nachdem die Farbe auf den Druckstock aufgetragen wurde, legt der Künstler ein Büttenpapier darauf und zieht dieses durch die Presse. So erscheint das Motiv positiv auf dem Papier.

Lithografie:

Die Lithografie ist ein Flachdruckverfahren, bei dem der Künstler mit Tusche oder Kreide das Motiv seitenverkehrt auf einen Druckstein aufmalt. In Kombination mit Farbe werden die Bildstellen fettanziehend und wasserabstoßend, während die freien Flächen durch Säurebehandlung umgekehrt wasseraufnahmefähig und fettabstoßend werden. Beim Farbauftrag im Druckvorgang wird der Stein naß gehalten, so daß die Farbe nur an Bildstellen haftet. Original Druckgrafik: Eine original Druckgrafik erfüllt folgende Kriterien:

  • · Sie ist vom Künstler handsigniert Ihre Auflagenhöhe ist limitiert Die Herstellung ist durch den Künstler erfolgt (Werkstattkünstler dürfen ihn unterstützen)
  • · Die Bildidee wurde vom Künstler selbst entwickelt.

Passepartout:

Ein Passepartout ist eine aus einem Karton geschnittene Umrahmung, um das zu rahmende Bild vor der Berührung des Glases zu schützen und einen guten optischen Gesamteindruck zu schaffen. Unsere Passepartouts sind alle in Museumsqualität, d. h. sie verändern weder ihre Farbe noch durch einen Säureanteil das gerahmte Kunstwerk.

Pastell:

Hierbei benutzt der Künstler Pastellfarben oder Stifte, die selbst aus Farbpulverpaste bestehen. Da diese keine große Haftfähigkeit am Papier haben, lassen sich die Übergänge leicht verwischen. Deshalb muß das Bild mit einem Fixativ geschützt werden.

Radierung:

Die Radierung ist ein Tiefdruckverfahren, bei der eine polierte Kupferplatte mit säurefestem Grund beschichtet ist, in die der Künstler mit einer Nadel oder anderen festen Gegenständen ritzt. Hiernach wird die Platte in ein Säurebad gelegt, die die freigelegten Stellen noch tiefer ätzt. Nach der Reinigung der Platte trägt man die Druckfarbe so auf, diese bleibt in der Vertiefung haften. Das angefeuchtete Papier wird beim Druckvorgang in der Presse fest in die Vertiefungen gedrückt und das Motiv erscheint so seitenrichtig auf dem Blatt.

Serigrafie (Siebdruck):

Ein feinmaschiges Textilnetz wird fototechnisch oder mit geschnittenen Schablonen so abgedeckt, daß die zu druckenden Flächen freibleiben. Dann wird mit Hilfe eines Rakels die Druckfarbe durch die offenen Stellen des Netzes auf das Papier aufgedruckt.

Terragraph:

Eine Siebdruckanstalt in Israel hat eine neue Drucktechnik entwickelt: Die Terragraph-Technik. Terragraph ist ein Druckprozeß, der fortschrittliche Bindemittel und die Basis aller Pigmente, den Sand, miteinander verbindet. Der Sand für den Terragraph-Druck wird nur an speziellen Stellen gewonnen, je nach Beschaffenheit und Farbe, die gerade benötigt werden. Der Sand wird neutralisiert und getrocknet und ist somit bereits gebrauchsfertig. Im ersten Schritt wird das Papier mit Silikonlack versiegelt, um die Sand- und Ölschichten deutlich von der Blattoberfläche hervorzuheben. Der Sand wird zu verschiedenen Körnergrößen vermahlen, je nachdem, welcher Effekt erzielt werden soll. Aufgrund des Siegellacks und der Haltbarkeit der Ölfarben und der Sandstruktur, können Terragraphen gerahmt werden oder auf Leinwand und Holz aufgespannt werden, ohne Glas oder Plexiglas.

Unikat:

Hierbei handelt es sich um ein Kunstwerk, das es nur ein einziges mal gibt (z. B. ein Aquarell, eine Zeichnung oder ein Gemälde).

Folgende Informationen stammen von der Kunst-Galerie kalehos-art, Wuppertal.

Geschichtliches zum Kunstverleih 

Historie des Kunstverleihs:

Nachweislich wurde schon um 1802 das Prinzip des Kunstverleihs praktiziert. Auch in Amerika soll es 1891, ein "Art Leasing"- Unternehmen gegeben haben. Heute existieren in den USA Hunderte solcher "Art for Home"-Institute. Die Institution des Kunstverleihs verbreitete sich nicht nur in Amerika und Europa, sondern fand weltweiten Anklang.

Es ist anzunehmen, daß der Kunstverleih bis etwa Mitte des 20. Jahrhunderts jedoch nur einer ausgewählten Gruppe von Bürgern zugänglich war. Aus dem bildungspolitischen Auftrag der späten 60er Jahre, in der Zeit der kulturellen Aufbruchstimmung, wurde von der Demokratisierung der Kunst gesprochen. Diese sollte nicht mehr länger nur einer kleinen Gruppe Eingeweihter vorbehalten bleiben, sondern auch der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Nach der weitverbreiteten Aussage von Joseph Beuys: "Kunst ist kein Luxus, Kunst ist für alle da" , entstand der Versuch, Artotheken zu etablieren und dadurch immer noch vorhandene Berührungsängste in der Bevölkerung abzubauen. Diese Denkweise führte zu einer gesteigerten Popularisation des Kunstverleihs in Deutschland.

Als ein Instrument der Kunstvermittlung steht die Artothek ganz besonders im Vordergrund. Die schnellebige Zeit, die das Informationszeitalter mit sich bringt, ist durch einen ständigen Wechsel von Interessen und Geschmack gekennzeichnet und verlangt einen konsequenten und permanenten Anpassungsprozeß.

Der Entleiher kann seine Bilder immer wieder wechseln und braucht sich nicht auf ein spezielles Kunstwerk festzulegen, welches dann jahrelang über seinem Sofa hängt. Damit ist gemeint, daß auch ein wandelbarer Trend in der Kunstszene erlebt werden möchte.

Das Wort Trend wird aus dem Englischen recht allgemein Übersetzt und als Verlauf, Tendenz bzw. Richtung einer Bewegung oder Entwicklung verstanden. Waren beispielsweise in den 80er Jahren kleinformatige Bilder modern, wurde in den 90ern ein Trend zu Großformaten sichtbar. Auch bei den Motiven ist eine Veränderung bemerkbar: sah man Ende der 80er bzw. Anfang der 90er Jahre, öfter Kunstdrucke von Kandinsky, Rizzi, Miró oder Picasso in den Wohnungen, ist heute ein Trend zur Fotografie insbesondere wieder der Schwarz-Weiß-Fotografie erkennbar. Artotheken sind das Medium, welches es dem Kunden ermöglicht, sich den jeweiligen Trends anzupassen und sich immer wieder neue Werke ausleihen zu können.

Quelle: http://www.tk-diplom.de/Katalog/A7/A7L/a7l_97.html

Wie läuft das mit der Versicherung?

Für die Versicherung ist der Mieter zuständig. Meist genügt ein Anruf bei der Versicherungsgesellschaft, um das Kunstwerk in die Hausrats- bzw. Betriebsversicherung einzuschließen. Die jeweilige Jahresprämie wird sich dadurch erfahrungsgemäß nicht oder nur wenig erhöhen.

Was passiert, wenn der Künstler ein vermietetes Werk vorübergehend für eine Ausstellung braucht?

Gemäß den Vertragsbedingungen hat der Künstler das Recht, Werke für den Zeitraum von Ausstellungen zurückzunehmen. Allerdings hat er für diese Zeit dem Mieter eine gleichwertige Arbeit als Ersatz zu stellen. Alle anfallenden Verpackungs- und Transportkosten gehen in diesem Fall zu Lasten des Künstlers.

 

Hat der Künstler das Recht auf Zutritt zu seinen Werken?

In bestimmten Fällen (z. B. für Fotos) muss der Mieter dem Künstler Zutritt zu den Werken gewähren. Natürlich muss der Künstler dies genügend lange vorher ankündigen, sodass ein für beide Seiten passender Termin gefunden werden kann. Allerdings kann der Künstler über die Räumlichkeiten des Mieters nicht als eine Art von "Show Room" verfügen, und ständig Privatführungen für seine Sammler und Kunstpublikum veranstalten, außer dies ist im Mietvertrag ausdrücklich gestattet (Letzteres bietet sich wohl weniger für Privatkunden an, ist eventuell aber eine willkommene Alternative für Unternehmen mit öffentlich zugänglichen Räumen oder ohnehin häufigem Publikumsverkehr; im Gegenzug zu so viel Freiräumen seitens des Mieters kann eventuell auch ein günstigerer Mietpreis vereinbart werden).


Darf der Mieter vom gemieteten Werk z. B. Fotos machen und über diese verfügen (z. B. ins Internet stellen, für Illustrationen verwenden)?

Grundsätzlich: nein. Auch wenn sich das Kunstwerk physisch im Verfügungsbereich des Mieters befindet, verbleiben doch alle Urheber- und Verwertungsrecht ausschließlich beim Künstler. D. h. Fotos von den gemieteten Werken dürfen nur nach Rücksprache und gegen entsprechendes Honorar an den Künstler verwertet werden.

Ich bin Unternehmer/Privatperson und interessiere mich dafür, Kunst zu mieten. Wer berät mich da, oder brauche ich vielleicht einen Art Consultant?

Einen Kunstsachverständigen oder –berater zu engagieren, macht in einigen Fällen Sinn, aber es ist sicherlich nicht immer obligatorisch. Mit dem Kunstsachverständigen und dem Künstler verhält es sich so ähnlich wie mit dem Arzt und dem Apotheker: der eine hat viel, viel Wissen, analysiert, diagnostiziert und berät dann, der andere hingegen hat viel Praxiserfahrung und Sachkenntnis und kann Sie somit ebenfalls gut unterstützen. Ob Sie in Ihrem Fall nun tatsächlich den Rat eines hochqualifizierten Experten einholen sollten, oder ob die Tipps eines Praktikers ausreichen, hängt letztendlich von Ihrer ganz persönlichen Situation ab.
Leider hat "Kunst" oft eine Aura des Elitären um sich, und manch einer mag sich nicht trauen, hier Entscheidungen zu treffen. Andererseits wird Kunst von und für Menschen gemacht, und letztendlich sollen Sie sich mit den Kunstwerken wohlfühlen.
Deswegen: wagen Sie es einfach einmal und lassen Sie sich bei der Auswahl der Kunstwerke (auch) von Ihrem persönlichen Gefühl und Geschmack leiten. Und wenn Sie wirklich daneben gegriffen haben: Mieten ist kein Bund fürs Leben...

Ich bin Künstler/Künstlerin. Wie kann ich mich bei onguru.de  als "teilnehmender Künstler" registrieren lassen? Kostet das etwas? Gibt es Aufnahmekriterien?

Künstler, die sich in die Liste der teilnehmenden Künstler aufnehmen lassen möchten, können dies ganz unbürokratisch tun: einfach alle Informationen (siehe Beispiel unten) per Email an kalehos-art schicken. Der Eintrag ist kostenfrei; eine gewisse künstlerische Professionalität jedoch vorausgesetzt; eine Jury, die über Aufnahmen entscheiden würde, gibt es allerdings nicht. Denn hier zählt nur der individuelle Geschmack des Kunst-Liebhabers.




Acrylfarben, -lacke oder -anstriche
basieren auf wasserverdünnbaren Kunststoffdispersionen, die zu einem wasserfesten Film austrocknen. Diese auf der Basis von polymerisierten Acrylsäureestern hergestellten Produkte sind zuerst um 1950 in den USA, später auch in Europa von Künstlerfarbenfabriken für den Gebrauch des Malers hergestellt worden.

Das Bindemittel in Acrylfarbe ist zunächst milchig weiß und wird erst beim Trocknen transparent. Daher werden Acrylfarben beim Trocknen dunkler. Da die Farbe mit Wasser vermischt werden kann, wird sie bisweilen anstelle von Wasserfarbe verwendet. Diese trocknet besonders für ungeübte Künstler unvorhersehbar heller. Im verdünnten Zustand können auch Techniken aus der Aquarellmalerei angewendet oder Lasuren erzeugt werden.

Acrylfarbe kann ebenfalls als Alternative zu Ölfarbe und mit den hier üblichen Techniken verwendet werden. Die Trockenzeit der Acrylfarbe ist wesentlich kürzer, kann aber mit Malmitteln künstlich verlängert werden. Die Farbe kann in Impastotechnik mit Pinseln oder Malmessern aufgetragen werden und trocknet auch in starken Schichten ohne Risse. Die getrocknete Farbe ist leicht glänzend und bildet einen elastischen Film auf dem Malgrund. Acrylfarbe kann auf jedem fettfreien Malgrund (Leinwand, Holz, Metall und andere) verwendet werden.

Arbeitsgeräte lassen sich mit Wasser reinigen, erst bei Durchtrocknung wird die Farbe wasserunlöslich und muss mit speziellen Lösungsmitteln entfernt werden. Im Gegensatz zu Ölfarbe hat Künstler-Acrylfarbe beim Vermalen so gut wie keinen Geruch.

Im Bau- und Heimwerkerbereich haben Acryllacke sich gegen vergleichbare Produkte wie Nitro- oder Alkydharzlacke weitgehend durchgesetzt, hauptsächlich wohl auf Grund der Tatsache dass meist statt einer synthetischen Verdünnung (z. B. Universalverdünnung) Wasser verwendet werden kann -- es gibt aber durchaus auch "lösungsmittelbasierte" Acryllacke.


Aquarellfarben und Techniken

Das Malen mit wasserlöslichen Farben gehört zu den ältesten Maltechniken überhaupt. Bereits die Höhlenmalerei ist unter Einsatz von einfachen Pinseln und in Wasser und Fett gelöstem Hämatit oder Holzkohle entstanden. Aus Ägypten ist bemaltes Papyrus erhalten, und aus dem asiatischen Raum Bilder und Kalligraphie mit wasserlöslichen Tuschen. In der Regel waren diese Wasserfarben „deckend“ bzw. wurden mit deckender, weißer Farbe eingedickt, so zum Beispiel in der mittelalterlichen Wandmalerei und bei der Miniaturmalerei.
Die Aquarellmalerei im engeren Sinne (als Maltechnik unter Verwendung lasierender Farben) hat sich etwa seit dem 9. Jahrhundert n. Chr. kontinuierlich entwickelt. Zunächst wurden diese lasierenden Wasserfarben für die Kolorierung von Tuschezeichnungen und Holzschnitten verwendet. Maler wie Albrecht Dürer  und Rembrandt haben Aquarelle vor allem zu Studienzwecken oder zur Vorbereitung von Ölgemälden verwendet. Als eigenständige und wertvolle Kunstwerke wurden Aquarelle nicht angesehen. Durch Dürers zahlreiche private Studien mit Aquarell- und Gouachefarben erlebte das Malen mit Wasserfarben aber eine deutliche Aufwertung.
Zur einer breiten Anerkennung kam es aber erst im 18. Jahrhundert, als englische Maler wie William Turner begannen, Aquarellfarben nicht bloß zur Ausgestaltung von Zeichnungen zu verwenden, sondern Bilder direkt auf dem Malgrund entwickelten. Insbesondere Turner, der bis heute als einer der bedeutendsten Aquarellisten gilt, hat die Aquarellmalerei zu technischer Meisterschaft geführt. Als im Laufe des 19. Jahrhunderts die Freiluftmalerei an Bedeutung gewann, setzte eine breite Wiederentdeckung des Malens mit wasserlöslichen Farben ein. In England förderten Water Colour Societies den Einsatz dieser Maltechnik. Zahlreiche Maler haben Aquarelle als eigenständige Kunstwerke geschaffen. Neben Dürer und Turner sind hier vor allem Eugène Delacroix, Paul Cézanne und Emil Nolde zu nennen. Maria Sibylla Merian, die für ihre Arbeiten auch die Technik des Aquarellierens verwendete, war sogar einmal der 500-DM-Schein gewidmet.

Grundlagen 
Abb. 2: Lasiertechnik in einem Aquarell: "Distomon" von Franz K. OpitzIn der Aquarellmalerei kommen zahlreiche Techniken zum Einsatz, deren Bezeichnung aber uneinheitlich sind. In der Regel sind die Techniken Variationen zweier Grundtechniken: Lasieren und Lavieren. Ihnen zugrunde liegt wiederum ein bestimmter Umgang mit Malgrund, Pinsel und Farbe. Aus ihnen entsteht bei allen Unterschieden im Detaill das Charakteristische eines Aquarells.

Malgrund
Der am häufigsten verwendete Malgrund ist Papier. Mit der raschen Entwicklung der Papierfabrikation im 15. Jahrhundert war eine der entscheidenden Voraussetzungen geschaffen, dass sich die Aquarellmalerei als eigenständige Kunstform überhaupt entwickeln konnte. Heute übliche Aquarellpapiere gehen auf englische Papiere des 18. Jahrhunderts zurück. Das zum Aquarellieren geeignete Papier muss saugfähig, mit einer rauhen Textur versehen und dennoch glatt genug sein, dass sich die im Wasser gelöschte Farbpigmente gleichmäßig verteilen und anhaften können. Das übliche Papiergewicht liegt zwischen 180 und 400 g. Neben industriell gefertigtem Papier kommt auch handgeschöpftes Papier, Büttenpapier und Japanpapier in Betracht. Seltener ist Seide. Aquarellartige Bilder auf nicht saugendem Untergrund verlangen den Einsatz alternativer Farben (zum Beispiel Acryl) oder besonderer Haft- und Bindemittel.


Pinselführung
Gemalt wird normalerweise mit einem Pinsel, der in unterschiedlicher Weise über das Papier geführt wird (variable Linienstärken, Tupfer, Drehungen). Als natürliches Material haben sich Pinsel aus Rotmarderhaar bewährt, weil sie trotz hoher Elastizität in Form bleiben (dünne Spitze), viel Farbe aufnehmen und leicht wieder abgegeben können. In jüngster Zeit sind spezielle Aquarellpinsel aus dünnen synthetischen Fasern hinzugekommen. Neben diesen Haarpinseln mit feiner Spitze kommen auch gefächerte Haarpinsel für das großflächige Arbeiten sowie Borstenpinsel zum Einsatz. Auch ein Naturschwamm - in der Regel zum Anfeuchten des Papiers verwendet -kann zum flächigen Malen wie zum Verwaschen verwendet werden.
Wichtigste Pinselbewegung ist der Pinselstrich, also das Malen mit dem Pinsel. Auch wenn das flächige Malen typisch ist für die Aquarellmalerei, können Aquarell nur aus Pinselstrichen bestehen. Man spricht in diesem Fall von einer Pinselzeichnung. Die Pinselzeichnung selbst bildet bereits einen Vorläufer der modernen Aquarellmalerei, und zwar als monochrome Zeichnung mit verdünnter Tusche. Mit Aquarellfarben gezeichnet, verlangt das Bild ein schnelles, improvisierendes Arbeiten.
Wird die Farbe mit viel Flüssigkeit auf das Papier gebracht, verteilt sich die Farbe gleichmäßig auf dem Papier, wobei sich in den kleinen Versenkungen mehr Farbe sammeln kann, als auf den Erhöhungen der feinen Papiertextur. Dadurch entsteht der typische Aquarelleindruck. Wird dagegen der Pinsel mit wenig Wasser schnell über das Papier geführt, bleibt die Farbe nur auf den erhöhten Stellen liegen. In diesem Fall spricht man von Granulieren. Wird die Farbe mit einem feinen Pinsel auf das Papier getupft, spricht man vom Punktieren, eine Technik, die dem Pointillismus seinen Namen gab.


Einsatz von Farbe
Von großer Bedeutung für die Aquarellmalerei ist die Arbeit mit den Primärfarben. Zwar gibt es sämtliche Farben fertig gemischt in Näpfen und Tuben zu kaufen, Puristen in der Aquarellmalerei mischen aber jede benötigte Farbe gemäß den Regeln der Farblehre selbst. Bevorzugt wird dabei die Mischung der Farben durch das Lasieren, also das schichtweise Übermalen. Zwar lassen sich die Farben auch im Wasser mischen, doch nimmt diese Methode den Aquarellfarben ihren typischen, strahlenden Glanz.
Bei der Bildkomposition wird im Allgemeinen mit zarten und hellen Farbtönen begonnen und zu dunkleren Farben hin gearbeitet. Dabei wird auch der Malgrund mit in die Komposition einbezogen, teils durchscheinend, teils aber auch unverändert stehen bleibend. Die Farbe kann mit viel Wasser und sehr dünn aufgetragen oder umgekehrt mit wenig Wasser aufgetragen werden Granuliertechnik. Oft wird Farbe in den vorher angefeuchteten Untergrund oder in noch feuchte farbige Bildpartien gesetzt, so dass Farben ineinander verlaufen und dabei die für diese Malweise charakteristischen Strukturen entstehen Dadurch werden unterschiedliche Effekte mit verschiedenen Bildwirkungen erreicht.


Grundtechniken 
Lasieren
Die wichtigste Grundtechnik der Aquarellmalerei ist die Lasur; ihre Anwendung legt sich schon durch den Einsatz der speziellen, „lasierenden“ Farben nahe. Beim Lasieren wird die stark mit Wasser verdünnte Farbe auf den trockenen Malgrund aufgetragen. Die Farbe trocknet durch den dünnen Auftrag sehr schnell und lässt sich nach dem Trocknen übermalen. Wird immer der gleiche Farbton verwendet, entstehen so dunklere und hellere Bereiche. Bei unterschiedlichen Farben entstehen durch die verschiedenen Lasuren neue Farbtöne. Die Farbschichten lassen sich über- und nebeneinander anlegen. Die Lasurtechnik zeichnet sich durch scharfe Ränder aus und verlangt eine hohe Präzision und genaue Kenntnis der Wirkung verschiedener Farbtechniken.


Lavieren
Die zweite Grundtechnik ist das Lavieren. Darunter fällt zunächst die Verlauftechnik, zum weiteren die Nass-in-Nass-Technik. Umstritten ist, ob sich bei diesen Techniken um Varianten der Lavierung handelt oder um zwei eigenständige Techniken. Von der Antwort auf diese Frage hängt es ab, on man beim Aquarellieren von zwei oder von drei Grundtechniken spricht. Hier werden beiden Techniken als Varianten der Lavierung verstanden.


Verlauftechnik
Unumstritten ist, dass die Verlauftechniken eine Lavierung (von lat. lavare „[ver]waschen“) im engeren Sinne ist. Bei der Verlauftechnik wird eine Farbe so auf den Malgrund aufgetragen , dass sie gleichmäßig immer blasser wird oder langsam in einen anderen Farbton übergeht. Dazu wird zunächst Farbe auf den Malgrund aufgetragen und dann mit einem ausgewaschenen und mit klarem Wasser angefeuchteten Pinsel gleichmäßig auslaufend auf dem Malgrund verteilt. In der Regel wird der Malgrund trocken sein, aber einen stärkeren - allerdings auch unkontrollierbareren - Effekt erreicht man auf einem angefeuchteten Malgrund. Hier ist dann der Übergang zur Nass-in-Nass-Technik erreicht.


Nass-in-Nass-Technik
Bei der Nass-in-Nass-Technik wird auf dem feuchten Malgrund oder in eine noch feuchte Farbe hineingemalt, wodurch die Farben ver- bzw. ineinanderlaufen. Diese Technik gibt es nicht nur beim Aquarell, sondern auch bei anderen Maltechniken. Einige Aquarellisten lehnen den Einsatz der Nass-in-Nass-Technik ab, weil sie nur wenig kontrollierbar ist. Andere sehen in dieser Technik eine meisterhafte Beherrschung des Umgangs mit Malgrund, Farbe und Pinsel.


Weitere Techniken
Weitere Techniken sind entweder Varianten der Grundtechniken oder kombinierende Techniken. Die moderne Aquarellmalerei kombiniert unterschiedliche Techniken miteinander. Neben reinen Aquarellmethoden kommen Prinzipien der Zeichnung, der Kalligraphie sowie der Einsatz deckender Farben, v. a. Gouache, aber auch Acryl, hinzu.

Von größerer Bedeutung sind die ursprünglichen Korrekturmethoden des Farbe-Abhebens und Farbe-Abschabens. Gemeinhin gilt die Aquarellmalerei als unkorrigierbar. Durch die lasierenden Farben sind korrigierende Eingriffe wie das Übermalen nicht möglich, ohne den Aquarellcharakter zu zerstören. Begrenzt lässt sich Farbe aber entweder durch späteres Anfeuchten und Abheben mit einem Schwamm oder Tuch oder durch Abschaben der trockenen Farbe erreichen. Beide Techniken lassen sich auch gezielt zur Bildgestaltung einsetzen.
Der weiße Untergrund wird oft bewusst stehen gelassen. Wo dies durch die Pinselführung nicht möglich ist, kann ein vorübergehendes oder permanentes Abdecken des Papiers mit Klebestreifen, Rubbelkrepp oder Wachs ein freies Arbeiten mit dem Pinsel ermöglichen.
Farbkleckse oder das Aufsprenkeln von Farbe tragen stark zu einem leichten, improvisierten Eindruck bei. Das Aufsprenkeln von Farbe, gegebenenfalls über teilweise abgedecktem Papier, kann zur Textur von Flächen verwendet werden.
Aquarell und Zeichnung sind bereits historisch eng miteinander verwandt. Bei der monochromen Pinselzeichnung kommen bereits zahlreiche Aquarelltechniken zum Einsatz oder werden Zeichnungen und Aquarell miteinander kombiniert, zum Beispiel indem die Bleistift- oder Kohleskizze bewusst durch das Aquarell hindurch scheint. Nach Abschluss der Aquarellarbeiten kann die Zeichnung mit Tusche ergänzt werden. Eine klassische Form ist das Übermalen einer monochromen Pinselskizze mit Aquarellfarben (Untermalung).