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 | München Airport. Sonnenschein, 11 Uhr - 28 Grad, die Frisur hält.
ONGURU sagt: fahre langsam..wenn es schnell gehen soll.
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| Eingesandt von J.Scho. unbekannter Verfasser Thema Torf...und mehr |
| | ... wer das nicht erlebt hat, kann sich gar nicht reinversetzen in so 'n
echten töffel. obwohl ich mir sicher bin, dass da oben bei uns in der
gegend auch kaum noch jemand weiss, was das ist. dazu fällt mir aber
direkt eines der "geflügelten worte" meiner oma - der gott der
calvinisten, der ausschließlich mit menschen gnädig ist, die sich
totgearbeitet haben, hab' sie selig - ein: "sall ick die 'n törf
haalen?" was so viel bedeutete wie:
a) wenn du schon müde bist, dann stütz dich nicht auf die hände, sondern
lieber auf einen torfklumpen
b) du faules stück würdest doch tatsächlich deine alte, abgearbeitete
grossmutter rausschicken, um für dich was zu tun ...
c) wenn du nichts zu tun hast, dann arbeite
d) du bist faul
e) du bist faul
f) du bist faul
g) :/ refrain
indirekt steht es natürlich auch für die armut und eintönigkeit der
menschen in dieser gegend. war bestimmt kein zuckerschlecken damals.
ich kann mich noch erinnern, dass sie im verhältnis zu den meisten
menschen zu der zeit dort - .. gott ..., hab' sie selig - erst sehr spät
entdeckt hat, dass korn 'ne feine sache sein kann. sie bevorzugte die
variante, das pinneken /(schnapsglas)/ bis zur hälfte mit zucker zu
füllen und darauf den korn zu kippen, der dann anschließend gelöffelt
wurde (da kann wenigstens keiner behaupten, man würde "suupen"
/(saufen)/). im laufe der jahre steigerte sich ihr pensum
kontinuierlich. ähnlich, wie die gute ulrike jokiel, die uns in den
80-ern regelmässig mit ihren jogurette-spots genervt hat, stand sie dann
sogar nachts mehrfach auf, um sich das eine oder andere gläschen hinter
die kiemen zu löffeln.
sehr zum missfallen meiner mutter, die eigentlich nichts zu melden
hatte, weil sie nur eingeheiratet hatte und die ihre wut deshalb gern
zischend und adressatenlos im raum stehen liess. zu meinen bevorzugten
zisch-äusserungen zählt definitiv "den wött uns noch te düür an fusel".
/(die wird uns noch zu teuer "am" schnaps)/
wobei sie nun auch nicht gerade sparsam mit dem guten stoff umging. es
gehörte zum guten ton, besuchern, die zwischen den mahlzeiten das heim
betraten (die anderen wurden selbstverständlich mit durchgefüttert), mit
einem korn oder weibliche besucher wahlweise mit einem likörchen (auch
selbstgebranntes, gern!) zu beköstigen. um das bild der perfekten
gastgeberin noch abzurunden, hatte sie auch stets alle zigarettensorten,
die es in unserem kolonialwarenhandel "Klein" zu kaufen gab, im schrank,
um dem männlichen gast die bevorzugte marke anbieten zu können. bis
heute gilt meine mutter Gerda (die Häusliche) als eine seehr gute frau
bei den dorfbewohnern.
mama selbst trank nie. das erste mal, als ich sie abfüllte mit einem
likör, den meine kleine schwester als deputat abgestaubt
hatte und was somit nicht als verschwendung gewertet werden konnte,
gestand sie mir kichernd, ich sei ein produkt von "gummi kaputt". auf
die frage, ob man denn von popp-- vor der ehe nicht in die hölle käme,
hatte sie keine antwort. ich meine mich erinnern zu können, sie hätte
den abend danach recht schnell beschlossen ...
dieses trinkverhalten, das - wenn man mal die
stark-religiös-beschikkerten rauslässt - allerorts stark um sich griff
(man stelle sich vor, das nächste kino war 35 km entfernt, noch zu
meiner zeit und wer an kultur interessiert war, der hatte die wahl
zwischen drei deutschen und drei niederländischen fernsehsendern - ich
erinnere mich noch an den komischen löwen, der immer duch ein
holländisches programm huschte und dieses vergnügen war natürlich
selten. ansonsten gab es zeltfeste, scheunenfeste, veranstaltungen für
"junge" leute und unverheiratete in gaststätten mit angegliedertem
festsaal, bei denen meist mehr oder weniger talentierte, dafür aber
immer motivierte coverbands die aktuellen charts zum besten gaben oder
den kegelverein für verheiratete. wem die kirche nicht ausreichte),
machte mich vor allem in hinsicht auf unseren postboten sehr betroffen.
eines tages kam er nicht mehr, berichtete nicht mehr den neuesten
klatsch und nahm auch keine ausgehende post mehr mit. er war durch einen
jüngeren ersetzt worden, der ausschließlich seiner aufgabe, die post
abzuliefern, gerecht wurde. gut, die post kam dann auch mal vor dem
mittag an aber ich war dennoch besorgt und fragte meine mutter, wo denn
der "Hemme" geblieben sei. ich hatte immer den eindruck, dass sie sich
gut verstanden hatten und auch, dass sie ihm immer gern das zweite
gläschen eingeschenkt hatte, um auch die details zu erfahren. diese
frage wurde mit der schroffen antwort: "der ist in frührente"
beantwortet. als ich näher nachfragte, meinte sie "kein wunder, der war
ja auch alkoholiker!". Ah ja.
schade eigentlich. irgendwie hätte ich mich in meinem leben auch gern
mal etwas ausführlicher mit ihr unterhalten ... das mit den dominanten
genen scheint wohl keine garantie zu sein.
abschliessend muss ich wohl noch sagen, dass meine oma sich bester
gesundheit erfreute, bis sie im alter von 89 jahren still und ohne
aufsehen das zeitliche segnete. ich hätte sie gern weich auf torf
gebettet. sie hätte das bestimmt zu würdigen gewusst ... |
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