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Erlebnis, Information und Forschung
Nahe der niederländischen Grenze, in der westfälischen Stadt Gronau, entsteht europaweit das erste
Haus der Rock- und Popgeschichte. Das einzigartige Ausstellungskonzept
erzählt die Kulturgeschichte der Popularmusik im 20. Jahrhundert. Ganz
bewusst unternimmt
das Museum dabei den Schritt, der Popkultur und ihrer künstlerischen Vielfalt ein seriöses Kleid und
ein neues Forum zu geben. Das Museum ist kein Ort, der nur eine in Vitrinen
ausgestellte Devotionaliensammlung präsentiert. Im Zentrum steht die
Musik. Die Ausstellung verknüpft Erlebnis mit Information, sinnliche
Erfahrung mit Interaktion:
Klangkorridore und mediale Installationen machen Sound erlebbar.
Tondokumente herausragender Musiker versetzen den Besucher in ehemalige
Konzertstätten. Stars werden hautnah projiziert. Die
Entwicklung des Sounds wird – von der Wachswalze bis zur digitalen
Klangkunst – zu hören sein. Rhythmusfelder laden ein zum Trommeln.
Daneben vermittelt das Museum anhand einer Zeitschiene einen
umfangreichen Hintergrund zur Rockund Popgeschichte: Stars und
Legenden, Rebellen und Mythen,Widerstand und Anpassung. Von Beginn des
20. Jahrhunderts bis heute.
Live und grenzüberschreitend
Die ehemalige Turbinenhalle produziert nun Energieströme ganz eigener
Art. In diesem Kontext steht auch der große Ausstellungsraum, der
flexibel in eine Veranstaltungshalle umgewandelt werden kann. Dieser
ermöglicht ein lebendiges Programm, das jedoch das Besondere sucht:
Exklusive Live Programme und Konzerte, Performances an der Nahtstelle
zwischen Popund
„Hochkultur“, Filmveranstaltungen sowie Kongresse der Musikwirtschaft, Seminare und Workshops.
An der Grenze zu den Niederlanden lassen sich darüber hinaus
musikalische Brücken schlagen. Das Museum versteht sich als Initiator
grenzüberschreitender Projekte.
Das Ausstellungskonzept
Vielfältige Musikstile, Kultgegenstände von Künstlern und multimediale
Animationen erwarten die Besucher des rock’n’ropmuseums. Hier können
sie eintauchen in die Welt der popkulturellen Erinnerungen.
Die musikalische Reise beginnt mit einem Zeittunnel in der zentralen
Halle des Museums, der den Besucher direkt in das Gedächtnis legendärer
Konzerte führt. Über Projektionsflächen zeigt das Museum die Stars und
Sounds im Zeitraffer. Im „Kultbereich“ dieses sakral anmutenden Raumes
erwarten den Besucher echte Erinnerungsstücke von Topstars. Neben der
Bühne erscheinen im Wechsel mit dem Zeitraffer – in aufsteigenden Nebel
projiziert – die überragenden Geister des Popolymps mit ihren Sounds,
die die PA des Museums in Live-Qualität liefert.
Das Thema des rock’n’popmuseums ist die Geschichte der Popularmusik des vergangenen
Jahrhunderts – vom Gassenhauer des beginnenden 20. Jahrhunderts bis zum rasenden Beat
des Techno an der Schwelle zum 21. Jahrhundert. Im Untergeschoss
befindet sich der Kern der Dauerausstellung. Hier wird die Geschichte
der Popularmusik anhand einer Zeitschiene erzählt. Eine Collage aus
Sounds, Filmen, Plakaten, Fotos und Exponaten gibt nicht nur informativ
über die Zeit Auskunft. Sie ermöglicht dem Besucher, gleich welchen
Alters, einen individuellen Zugang aufgrund seiner eigenen
Musikbiografie.
Hier erkennt sich, wer Marlene Dietrich vergöttert, wer Woodstock
verpasst hat, wer dem Rock’n’Roll verfallen war oder gern Punker
gewesen wäre.
Der Besucher kann Schubladen öffnen, in denen Exponate und dazu
passende Sounds gelagert sind. Über das Exploratorium gelangt der
Besucher in immer tiefer gehende Bereiche der Wissensbank. Interaktive
Computerstationen ermöglichen einen mehrsprachigen Zugang. Hier sind
Informationen und Texte zu soziokulturellen Zusammenhängen, Einflüsse
auf und aus anderen gesellschaftlichen Bereichen, Anekdoten, Skandale
und Musikbiografien von Künstlern abrufbar.
Das Zusammenspiel von Erlebnis und Information ist die Grundlage des
Ausstellungskonzepts: In Emotionsbereichen stehen sinnliche Erfahrungen
im Vordergrund. In den Themenschienen geht es um fundierte Information
und historische Zuordnungen.
Für die Ausstellung wurden sieben „Archetypen“ herausgearbeitet. Sie
stellen wesentliche Prinzipien und Merkmale der Musikkultur heraus:
Gemeinschaft,Trance, Rhythmus, Erotik, Sounds, Kult/Identifikation und
Bewegung sind die Archetypen, die in den Emotionsbereichen
dem Besucher sinnliche Erfahrungen ermöglichen. So simuliert im Bereich
Trance eine Klangkomposition das Gefühl des Trance-Zustands.
Im Bereich Rhythmus kann er interaktiv verschiedene Rhythmen
anwählen. Eine Schlagzeuginstallation gibt darüber hinaus die
Möglichkeit, sich selbst am Schlagzeug zu
erproben, Rhythmen eigenständig zu produzieren.
gez. B. Ru
Quelle: Rock u. Pop Museum Gronau |