Hintergrundinformation Allergische Atemwegserkrankungen
Was ist eine Allergie Eine Allergie ist eine Erkrankung, bei der das Immunsystem überempfindlich gegenüber normalerweise harmlosen Substanzen reagiert. Das Weißbuch Allergie in Deutschland definiert die Allergie als eine „verstärkte, spezifische Abwehrreaktion gegenüber an sich harmlosen Substanzen im Sinne einer krankmachenden Überempfindlichkeit.“ 1 Wie Allergien entstehen Eine Allergie entwickelt sich nach wiederholtem Kontakt mit dem verursachenden Allergen. Zunächst bilden bestimmte Leukozyten nach Allergenkontakt Immunglobulin E(IgE)-Antikörper. Die betreffende Person ist dadurch auf den Allergieauslöser sensibilisiert, obwohl noch keine Symptome auftreten. Beim erneuten Kontakt mit dem Allergen kommt es durch die Bindung des spezifischen IgE mit dem Allergen zu einer allergischen Entzündungsreaktion, die sich mit unterschiedlichen Symptomen zeigen kann. Die Symptome reichen von einem leichten Juckreiz bis hin zu starken Atembeschwerden oder sogar einem anaphylaktischen Schock. Noch 6 bis 24 Stunden nach dem Kontakt mit einem Allergen kann als Spätreaktion eine Entzündung und Gewebeschwellung auftreten. Wenn eine Person auf ein Allergen sensibilisiert ist und ein positives Allergietestergebnis aufweist, ohne dass eine allergische Reaktion auftritt, spricht man von einer „latenten Allergie“ ohne Krankheitswert. Häufig äußert sich eine Allergie in Form von Asthma bronchiale, allergischer Rhinokonjunktivitis („Heuschnupfen“), atopischen Ekzemen, Kontaktdermatitis, lokalen Schwellungen oder Urtikaria („Nesselsucht“). Es können also verschiedene Organe betroffen sein. Die häufigsten Allergieauslöser – Gräserpollen Ein Patient ist durchschnittlich gegen zwei bis drei Substanzen allergisch. 3 Gräserpollen gehören zu den wichtigsten Auslösern von Allergien (Tabelle 1). In Europa reagieren 52 Prozent der Allergiker auf Gräserpollen allergisch. 2 Die Gräserblüte hat ihre Hauptzeit von Ende Mai bis Anfang August und erreicht ihren Höhepunkt im Juni und Juli. Die Konzentrationen von Gräserpollen sind an warmen, trockenen Tagen, an denen ein leichter Wind weht, am höchsten.
(Anteil an der Gesamtpopulation der Allergiker in Europa) Gesamtpopulation der Allergiker 87 Millionen Gräser 52 % Hausstaubmilben 49 % Ambrosia (Traubenkraut) 49 % - Birke 14 % Kräuter – 27 % Japanische Zeder – Katzenhaare 30 % Hundehaare 12,6 % Lebensmittel 11 % tierische Gifte 13 %
Die allergische Rhinitis (Heuschnupfen) In den Richtlinien der ARIA-Initiative (Allergic Rhinitis and its Impact on Asthma) wird die allergische Rhinitis definiert als eine „symptomatische Erkrankung der Nase, die durch eine IgE-vermittelte Entzündung der Nasenschleimhaut nach Allergenexposition auftritt“. 4 Bei der allergischen Rhinitis kann es sich um eine saisonale oder eine perenniale (ganzjährig auftretende) Erkrankung handeln. Die saisonale allergische Rhinitis ist unter der Bezeichnung „Heuschnupfen“ bekannt. Sie wird ausgelöst durch Pollen von Gräsern und Bäumen sowie Sporen bestimmter Pilze. Die Allergene der Hausstaubmilben lösen oft ganzjährige allergische Symptome aus. Das Asthma bronchiale In den Richtlinien der GINA-Initiative (Global Strategy for Asthma Management and Prevention) ist Asthma bronchiale definiert als „chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege, an der zahlreiche Zellen und Zellbestandteile beteiligt sind. Die chronische Entzündung verursacht eine zunehmende Hyperreaktivität der Atemwege, die zu wiederkehrenden Episoden von Giemen, Kurzatmigkeit, Brustenge und Husten – vor allem nachts und frühmorgens – führt.“ 5 Die chronisch-allergische Atemwegserkrankung Die Krankheitsbezeichnung „chronisch-allergische Atemwegserkrankung“ umfasst sowohl die allergische Rhinitis als auch das allergische Asthma bronchiale. Patienten mit einer allergischen Rhinitis weisen ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Asthma bronchiale auf und umgekehrt. Zum Beispiel haben 80 Prozent der Patienten mit allergischem Asthma auch eine Rhinitis. Bei Personen mit einer vorbestehenden Rhinitis ist das Risiko für die Entwicklung eines Asthma bronchiale etwa dreimal so hoch wie bei der Allgemeinbevölkerung. 6,7,8 Die allergologische Diagnostik Da sich eine allergische Erkrankung der Atemwege mit zunehmender Dauer verschlimmert, ist es äußerst wichtig, bereits in einem frühen Stadium eine präzise Diagnose zu stellen. Die Diagnostik erfolgt in mehreren Schritten: Auf die Beurteilung der Symptome, die Anamnese und die körperliche Untersuchung folgen klinische Untersuchungen wie Haut-Prick-Tests, die Bestimmung von spezifischem IgE im Serum oder nasale Provokationstests zur Sicherung der Diagnose. Für die Durchführung der Diagnostik ist allergologisches Wissen und Erfahrung erforderlich. Allergiekranke Menschen sollten daher möglichst einen allergologisch geschulten Arzt aufsuchen. Eine Erkrankung – drei Säulen der Behandlung Die optimale Therapie allergischer Erkrankungen der Atemwege ruht auf drei Säulen: 1. Die Allergenkarenz, also die Vermeidung des Allergens. Dies ist oft schwierig, insbesondere bei Luftallergenen wie Pollen. 2. Symptomatische Therapien wie Antihistaminika oder kortisonhaltige Nasensprays können die Beschwerden allergischer Erkrankungen lindern. 3. Die einzige kausale Behandlung von Allergien ist schließlich die Immuntherapie. Sie ist die einzige Therapie, die an der Ursache der Allergie angreift, anstatt nur die Symptome zu behandeln. Sie wirkt langfristig und präventiv und bietet die Chance, Allergien zu heilen. |
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Quelle Texte u. Bilder: ALK-SCHERAX Arzneimittel GmbH, Hamburg"
1. Weißbuch Allergie in Deutschland, 2. Auflage. DGAKI, ÄDA, DAAU (Ring J, Fuchs T, Schultze-Werninghaus G, Hrsg.), Urban und Vogel, München 2004, Seite 13. 2. USA: Annals of Allergy, Asthma, & Immunology, Band 81, September 1998, S. 203 ff. Nahrungsmittelallergie USA: Curr Opin Allergy Clin Immunol 2002 Jun; 2(3): 257–61. Kanada: Clinical and Experimental Allergy, 1997, Band 27, Seite 52–59. Europa: Europ J All Clin Immun, S. 239 und Prel res, J All Clin Immun, Band 106, Nummer 2, S. 247 ff. Katzenhaare Europa: Linneberg et al. Allergy to Cats (ALK-Publikation) Seite 2, basierend auf fünf weltweiten Studien. Nahrungsmittelallergie Europa: Allerg Immunol (Paris 2002 Apr; 34(4): 135–40. Hundehaare Europa: Bergmann KC, Albrecht G, Fischer P: Atemwegsallergiker in Deutschland. Ergebnisse der Studie Allergy - Living & Learning. Allergologie 2002;3:137-146 Tierische Gifte: Insect Sting Allergy, Ulrich R. Müller, 1990. 3. Arch Pediatr Adolesc med, Band 156, Okt. 2002. 4. ARIA Workshop Report. Allergic Rhinitis and its Impact on Asthma. J Allergy Clin Immunol 2001; 108 (Suppl 5): S148. 5. Global Strategy for Asthma Management and Prevention. GINA Workshop report (2004 aktualisiert). WHO-Veröffentlichungen, 2004: 2. 6. Togias A. Mechanisms of nose-lung interaction. Allergy 1999; 54 (Suppl 57): 94–105. 7. Jacobsen L, Chivato T, Andersen P et al. The co-morbidity of allergic hay fever and asthma in randomly selected patients with respiratory allergic diseases. Allergy 2002; 57: 23. 8. Simons FE. Allergic rhinobronchitis: the asthma-allergic rhinitis link. J Allergy Clin Immunol 1999; 104: 534–540. HOME
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