Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrter Herr Berchtold,
sehr geehrter Herr Sarin,
meine Damen und Herren!
Gestern vor 130 Jahren, am 7. März 1876, erhielt Alexander Graham Bell das Patent für seine Idee eines Fernsprechgeräts. Er hatte es - ohne bereits ein funktionsfähiges Telefon gebaut zu haben - drei Wochen zuvor angemeldet. Kurz darauf, am 10. März 1876, soll er das erste Telefonat mit seinem Assistenten im Nebenraum geführt und gesagt haben: 'Mr. Watson, kommen Sie her. Ich möchte Sie sehen.' Seine Erfindung konnte ihm also das direkte menschliche Gespräch nicht voll ersetzen. Ich denke, das gilt für uns alle bis heute und das finde ich sehr schön.
Bekanntlich haben schon vor Bell andere Tüftler ähnliche Apparaturen erfunden, so zum Beispiel 1861 der Deutsche Philipp Reis. Aber es war Alexander Graham Bell, der diese Erfindung zu einem marktfähigen Produkt weiterentwickelte und damit einen der Grundsteine auch für diese Messe legte.
Was vor 130 Jahren in einer kleinen Werkstatt begann, ist heute Grundlage einer weltumspannenden Industrie. Der Weltmarkt für Informations- und Kommunikationstechnologie insgesamt hat ein Volumen von knapp 2 Billionen Euro. Das ist ein Plus von vier Prozent im Vergleich zu 2005.
Auf der CeBIT 2006 kann man sich einen exzellenten Überblick über diesen faszinierenden Markt verschaffen. Weit über 6.000 Aussteller aus 71 Ländern machen auch dieses Jahr wieder die CeBIT zur weltweit größten und wichtigsten Messe der Informations- und Kommunikationsindustrie.
Hunderttausende Fachbesucher und interessierte Laien aus aller Welt besuchen in den kommenden sieben Tagen Hannover. Und wieder zeigt sich: Offensichtlich ist der persönliche Kontakt von Mensch zu Mensch, vom Unternehmen zum Kunden auch heute noch nicht zu ersetzen. Und dies, obwohl insbesondere Ihre Industrie hart daran arbeitet, dass räumliche Distanzen immer mehr an Bedeutung verlieren.
Deutschland hat sich immer als Zukunftswerkstatt verstanden. Carl Benz entwickelte das erste Auto, Konrad Zuse den ersten Computer und Felix Hoffmann das Aspirin. Von diesen Innovationen zehren wir heute noch.
Daran müssen wir anknüpfen. Denn Innovationen schaffen neue Produkte. Und neue Produkte führen zu neuen Arbeitsplätzen. Nur so gelingt es, im internationalen Wettbewerb zu bestehen.
Denn die Globalisierung ist eine Verflechtung, der sich kein Land entziehen kann und auch nicht entziehen darf. Wenn andere Länder - Indien oder China - um ihren Erfolg in der Welt kämpfen und im globalen Standortwettbewerb aufholen, dann können wir nicht sagen: Wir gönnen Euch diesen Erfolg nicht, weil wir dadurch Wettbewerbsnachteile haben. Im Gegenteil, wir freuen uns auf diesen neuen Wettbewerb.
Hinzu kommt die demografische Entwicklung. Sie bedeutet eine zusätzliche Herausforderung - und zwar nicht nur für unsere soziale Sicherungssysteme, sondern auch für die Innovationsfähigkeit unserer Gesellschaft.
Meine Damen und Herren,
für die Bundesregierung geht es angesichts all dieser Entwicklungen darum, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, die dem schnellen Wandel gerade der Informations- und Kommunikationsbranche gerecht werden, die ihre hohe Dynamik stützen und ihr Wachstumspotenzial für die Volkswirtschaft erschließen helfen.
In der heutigen Kabinettsitzung hat die Bundesregierung deshalb beschlossen, bis zum Sommer ein neues Regierungsprogramm für die Informationsgesellschaft in Deutschland zu erarbeiten.
Ein Schwerpunkt des Programms wird der weitere Ausbau der digitalen Infrastruktur sein. Bei der Nutzung von Breitband-Internet hat Deutschland in den letzten Jahren bereits kräftig aufgeholt. Diesen Trend wollen wir fortsetzen. Der zügige weitere Ausbau der DSL-, aber auch der Kabelinfrastruktur ist hierfür eine wichtige Voraussetzung.
Ich rufe daher die Industrie auf, in ihrem Engagement für den Ausbau unserer Breitband-Netze genau so wenig nachzulassen wie bei der Entwicklung neuer Dienste und Inhalte.
Das Regierungsprogramm wird sich auch mit Wettbewerb und Innovationen auseinander setzen, zwei grundlegenden Katalysatoren der Informations- und Kommunikationswirtschaft. Über mögliche Zielkonflikte zwischen Wettbewerb und Innovationen müssen wir sachlich diskutieren, übrigens auch mit der Kommission in Brüssel.
Ich bin zuversichtlich, dass wir - das nehme ich mir auch für die deutsche EU-Präsidentschaft im nächsten Jahr vor - spürbare Fortschritte bei der Revision der EU-Richtlinien zur Telekommunikation erzielen werden.
Die Bundesregierung sieht es als eine ihrer wichtigsten Aufgaben an, die Innovationskraft Deutschlands gezielt zu stärken. Darum setzen wir hier mit einem neuen 6-Milliarden-Euro-Programm zur Förderung von Zukunftstechnologien auch einen finanziellen Schwerpunkt. Wir leisten damit unseren Beitrag zum Erreichen des Ziels, bis 20103 Prozent unserer Wirtschaftsleistung für Forschung und Entwicklung aufzuwenden.
Die neuen Maßnahmen werden in der 'Hightech Strategie Deutschland' zusammengefasst und im Sommer 2006 vorgestellt. Mit dem Programm werden wir insbesondere Querschnitts- und Schlüsseltechnologien fördern.
Und wir werden durch eine Innovationspolitik aus einem Guss bessere Rahmenbedingungen für den gesamten Forschungs- und Innovationsprozess schaffen.
Ich wünsche mir, dass auch die Bundesländer ihren finanziellen Teil zur Erreichung des 3-Prozent-Ziels beisteuern. Aber ich sage ganz offen: Nicht nur die öffentliche Hand, sondern auch die Wirtschaft muss ihre Anstrengungen in diesem Bereich intensiveren, um Deutschlands Zukunftsfähigkeit zu wahren. Schließlich steht in Deutschland die Wirtschaft für zwei Drittel der Ausgaben für Forschung und Entwicklung.
Jeder muss also in seinem Verantwortungsbereich seinen Beitrag leisten. Aber wir brauchen zusätzlich einen intensiveren Dialog zwischen Politik und Wirtschaft. Er ist immens wichtig, um die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands weiter auszubauen.
Ich habe deshalb bereits im Bundestagswahlkampf und anschließend in meiner Regierungserklärung die Einberufung eines 'Rates für Innovation und Wachstum' angekündigt. Ich kann Ihnen heute mitteilen, dass dieser Rat seine Arbeit nunmehr im Frühsommer aufnehmen wird. Ich freue mich, dass Herr Dr. von Pierer sich bereit erklärt hat, den Rat zu leiten.
Bei der Arbeit des Rates wird ein besonderes Augenmerk darauf liegen, die Innovationsfähigkeit der mittelständischen Wirtschaft zu stärken.
Es ist mir wichtig, dass dieses neue Gremium die Vorarbeiten anderer einschlägiger Einrichtungen, unter anderem auch der 'Partner für Innovation', bei seiner Arbeit berücksichtigt und darauf aufgebaut. Deshalb werde ich auch zu einem Treffen der 'Partner für Innovation' einladen, bei dem ich mich über die Abschlussbilanz der Arbeiten der Partner informieren möchte. Wir werden diese Arbeiten der Öffentlichkeit Ende des Sommer vorstellen.
Dieser Prozess wird ergänzt durch einen 'Dialog Wissenschaft und Politik' unter der Leitung von Bundesministerin Schavan. Er stellt eine Plattform für den innovations- und forschungspolitischen Austausch insbesondere mit Blick auf eine Verbesserung der Bedingungen im Wissenschaftssystem dar.
Einer der Schwerpunkte des Dialoges wird es sein, konzeptionelle Vorschläge für die langfristige Erreichung des 3 % Zieles bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung zu entwerfen.
Meine Damen und Herren,
Sie wissen sicher, dass ich für den 3. April einen nationalen Energiegipfel einberufen habe. Dabei lassen wir es nicht bewenden.
Denn ich plane darüber hinaus einen nationalen IT-Gipfel, der ebenfalls noch in diesem Jahr stattfinden soll.
Nicht ohne Grund hat die Bundesregierung das Jahr 2006 unter das Motto 'Jahr der Informatik' gestellt. Wir wollen damit Verständnis und Interesse gerade auch bei den Menschen wecken, die diesem Bereich bisher skeptisch gegenüber standen. Denn in fast allen Lebensbereichen spielt die Informatik eine immer größere Rolle: Bei der Mobilität, der Sicherheit, der Kommunikation, im Sport - ich nenne den Chip im Ball -, in der Kultur, in der Unterhaltung. Die Informatik durchdringt wie wenige andere Technologien das Alltagsleben jedes Einzelnen.
Der Informatikbereich bietet schon heute genau wie die Ingenieurwissenschaften sehr gute Arbeitsplatzperspektiven. Und der fortschreitende Wandel zur Informationsgesellschaft wird den Fachkräftebedarf noch steigen lassen. Diesen Bedarf müssen wir sowohl durch beruflich Qualifizierte als auch durch erstklassige Hochschulabsolventen decken.
Die Studentenzahlen im Bereich Informatik haben sich in den letzten Jahren vor allem in den interdisziplinär angelegten Studiengängen erfreulich entwickelt. Aber das reicht noch nicht. Ziel des Informatikjahres ist es deshalb, insbesondere bei den jungen Menschen Begeisterung und Verständnis für Wissenschaft, Forschung und Technik in diesem zukunftsträchtigen Bereich zu wecken.
Die CeBIT war immer ein Schaufenster für die allerneuesten Technologien und ein Gradmesser für die Akzeptanz neuer Produkte der Informations- und Kommunikationsindustrie. Das wird auch in diesem Jahr so sein.
Nachdem die großen Themen der letzten Jahre, wie DSL-Internet und Internet-Telefonie, schon den Eingang in den Massenmarkt gefunden haben, stehen in diesem Jahr unter anderem RFID im Zentrum des Interesses.
Dieses Verfahren wird sich in wenigen Jahren durchsetzen und die Logistik revolutionieren. Ich freue mich, dass deutsche Unternehmen bei der Umsetzung dieser Technologie ganz vorne dabei sind.
Allerdings wird sich das Potenzial dieser Technologie nur durchsetzen können, wenn auch die Verbraucher ihre Vorteile für sich erkennen können. Daher sind die vorhandenen Probleme im Bereich des Datenschutzes ernst zu nehmen und angemessen zu berücksichtigen.
Meine Damen und Herren,
nicht nur die Wirtschaft, auch der Staat nutzt in Deutschland zunehmend die neuen Technologien. Ein Beispiel ist die Einführung einer elektronischen Gesundheitskarte für alle gesetzlich Krankenversicherten. Sie wird die Kommunikation zwischen den medizinischen Einrichtungen schneller und sicherer machen und damit die Effizienz im Gesundheitswesen erhöhen. In diesem Jahr beginnen wir mit den praktischen Tests.
Beim E-Government haben wir spürbare Fortschritte erzielt. 440 Dienstleistungsangebote des Bundes sind inzwischen online verfügbar. Dies spart Bürgern und Unternehmen Zeit und Bürokratiekosten.
Was aber noch fehlt, ist eine ausreichende Vernetzung der Online-Angebote von Bund, Ländern und Kommunen, zum Beispiel im Meldewesen. Der Bund hat den Ländern daher einen Aktionsplan 'Deutschland-Online' vorgeschlagen, mit dem auch in den übergreifenden Verwaltungsbereichen neue vernetzte und internetbasierte Angebote geschaffen werden sollen. In wenigen Tagen werden Bund und Länder die Beratungen über diesen Plan aufnehmen - übrigens hier auf der CeBIT.
In der verstärkten Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien steckt noch viel Potenzial zur Senkung der Bürokratiekosten.
Wie Sie wissen, halte ich den Abbau unnötiger Bürokratie für eine ganz vordringliche Aufgabe. Ich richte derzeit daher beim Bundeskanzleramt einen Normenkontrollrat ein, der darauf achtet, dass die Bürokratiekosten neuer Gesetze für Unternehmen und Bürger in vertretbarem Rahmen bleiben und wo möglich gesenkt werden.
Hierfür greifen wir auch auf Erfahrungen anderer europäischer Länder, wie zum Beispiel das niederländische Standardkostenmodell, zurück.
Meine Damen und Herren,
der Abbau von Bürokratie ist nur ein Aspekt - wenngleich selbstverständlich ein wichtiger -, auf dem Weg zu mehr Wachstum in Deutschland.
Wir haben uns das Ziel gesetzt, Deutschland bis 2010 wieder unter die drei wirtschaftlich erfolgreichsten Länder Europas zu führen.
Das schaffen wir aber nicht mit einem herkömmlichen Reformverständnis. Das schaffen wir vielmehr nur mit einem modernen Reformansatz.
Nicht die eine Reform wird erfolgreich sein, dann blieben wir entweder punktuell bei der Rente oder den Steuern oder dem Bürokratieabbau oder etwas anderem stecken.
Was wir also brauchen, ist nicht die eine Reform, sondern viele Reformen. Mit anderen Worten: Wir brauchen, wie ich es immer nenne, viele kleine Schritte, und zwar in eine Richtung. Die Richtung ist mehr Freiheit, also kleine Einheiten, Wachstumsbremsen lösen.
Und wo besser als auf einer IT-Messe wird der Wert eines solchen Ansatzes erkennbar?! Ein IT-Programm, das alles leisten sollte, das wäre viel zu fehleranfällig. Bekannte Programme - ohne Schleichwerbung zu machen (Google/Apple) - arbeiten aus genau diesem Grund nicht mit einem Rechner. Sie verbinden vielmehr viele kleine Rechner. Man könnte es in der Politikersprache auch Dezentralisierung nennen.
Im besten Sinne geht es genau darum auch in der Politik. Dezentralisierung, kleine Einheiten, Wachstumsbremsen lösen - das ist der Ansatz der neuen Bundesregierung.
Sie ist etwas mehr als 100 Tage im Amt. Die erste Etappe unserer Arbeit in der großen Koalition wird mit wichtigen Entscheidungen bis Ende dieses Monats abgeschlossen sein. Die zweite Etappe unserer Arbeit beginnt mit dem Energiegipfel am 3. April. Weitere wichtige Entscheidungen folgen, und zwar konsequent und beharrlich.
So wird die neue Bundesregierung mit vielen kleinen Schritten eine große Koalition mit großer Wirkung werden können. Das schafft Vertrauen bei den Bürgerinnen und Bürgern, und das ist das wichtigste Gut für die Politik, um gemeinsam einen für die Bürger nicht einfachen, aber notwendigen Weg zu gehen.
Die Bundesregierung dabei setzt auf einen Dreiklang aus Sanieren, Reformieren und Investieren, ich nenne nur wenige Stichpunkte:
25 Milliarden Euro - Maßnahmenpaket mit nachhaltigen Impulsen für mehr Wachstum und Beschäftigung. Unter anderem haben wir die Abschreibungsbedingungen deutlich günstiger gestaltet, um die Liquidität der investierenden Unternehmen zu verbessern.
Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre, um die Finanzierungsgrundlage der Gesetzlichen Rentenversicherung zu stabilisieren, sowie ein Programm zur Verbesserung der Arbeitschancen älterer Arbeitnehmer.
Senkung der Lohnzusatzkosten dauerhaft unter 40 Prozent.
Gesundheitsreform
Flexibilisierung des Arbeitsmarktes
Neuordnung der Zuständigkeiten von Bund und Ländern, um die Aktionsgeschwindigkeit der Politik dem auch durch die Globalisierung gestiegenen Tempo der wirtschaftlichen Prozesse anzupassen.
Arbeit an einer Reform der Unternehmensbesteuerung mit international attraktiven Steuersätzen.
Erleichterung der Unternehmensnachfolge im Mittelstand durch eine günstige Regelung der Erbschaftsteuer.
Sanierung der öffentlichen Haushalte mit gleichzeitigen Schwerpunkten bei Kinderbetreuung und Bildung, denn da darf nicht gespart werden.
Deutschland war und ist kein Billiglohnland und wird dies auch nicht werden, ich sage, Deutschland wird dies auch nicht werden wollen. Aber letztlich erlaubt nur eine hohe Produktivität hohe Löhne und damit auch einen hohen Lebensstandard.
Innerhalb der einzelnen Branchen ist die Situation allerdings durchaus unterschiedlich. Wir müssen daher vermehrt zu Entlohnungsmodellen kommen, die zwei Punkte berücksichtigen:
Sie müssen zum einen mehr Rücksicht auf die wirtschaftliche Lage in den einzelnen Unternehmen nehmen. Zum anderen muss es darum gehen, die Beteiligung der Arbeitnehmer an ihrem Unternehmen zu verbessern.
Der Flächentarifvertrag hat sich in Deutschland bewährt. Dennoch halte ich es in diesem Rahmen für notwendig, der einzelbetrieblichen Lage stärker als bisher Rechnung zu tragen. Tarifliche Öffnungsklauseln sind hierbei ein Weg. Die Tarifpartner haben ihn in den vergangenen Jahren zunehmend beschritten. Ich ermutige sie, hier weiter voran zu gehen.
Ein weiterer Weg besteht darin, die Arbeitnehmer direkter am Erfolg 'ihres' Unternehmens teilhaben zu lassen. Das motiviert die Belegschaft, erhöht die Identifikation mit dem Unternehmen und eröffnet den Arbeitnehmern neue Einkommenschancen.
In Großbritannien und den Niederlanden ist fast jeder dritte Mitarbeiter an Unternehmen beteiligt, in Deutschland nur fünf Prozent. Ich werbe dafür, dass wir neue Wege der Gewinnbeteiligung und Vermögensbildung in Arbeitnehmerhand einschlagen.
Meine Damen und Herren,
ich erhoffe mir, dass die CeBIT 2006 eine Messe der Zuversicht wird - für Ihre Unternehmen, für Ihre Branche, für unser Land.
Die konjunkturelle Lage in Deutschland hat sich in den vergangenen Monaten gebessert. Neben dem Export belebt sich auch die Binnennachfrage - allen voran die Investitionen.
Die Unternehmen blicken mit Zuversicht auf das Jahr 2006. Die deutsche Informations- und Kommunikationsindustrie hat daran großen Anteil.
Mit einer Bruttowertschöpfung (Umsatz minus Kosten) von 87 Mrd. Euro (2004) hat die IKT-Branche den Maschinen- und Automobilbau überholt und liegt jetzt auf dem ersten Platz.
Eine dreiviertel-Million Menschen sind in der IKT-Branche direkt beschäftigt.
Noch einmal 650.000 IKT-Spezialisten in den anderen Branchen kommen hinzu.
Die IKT-Branche wächst stärker als die Gesamtwirtschaft (2,4 % 2006 erwartet). Sie ist Wachstums- und Innovationsmotor für die gesamte Volkswirtschaft, weil sie die Querschnittstechnologie für alle anderen Branchen bereitstellt, mit denen diese ihre Prozesse produktiver machen.
70 Prozent der Unternehmen erwarten für 2006 steigende Umsätze. Die Beschäftigungserwartungen sind ebenfalls positiv.
Damit unterstreicht die Branche ihre Rolle als Wachstumsmotor in Deutschland. Dieser Wachstumsmotor wird im Übrigen auch gebraucht, um das Problem Nr. 1 unseres Landes in den Griff zu bekommen, und das ist und bleibt die Arbeitslosigkeit. Sie ist nach wie vor erschreckend hoch.
Deutschland kann sich mit 5 Millionen Arbeitslosen nicht abfinden. Alle Reformmaßnahmen dienen daher dem Ziel, auf Dauer mehr Beschäftigung in Deutschland sowohl zu sichern als auch zu schaffen. Auch in diesem Lichte kommt der CeBIT eine hohe Bedeutung zu.
Sieben lange und arbeitsreiche Messetage stehen nun vor Ihnen.
Ich wünsche den beteiligten Unternehmen aus Deutschland und aller Welt in diesen Tagen viele lohnende Kontakte, gute Geschäfte und insgesamt eine erfolgreiche Messe. Ich erkläre hiermit die CeBIT 2006 für eröffnet.
H.S.
Orginaltext:
www.bundesregierung.de
www.bundeskanzlerin.de
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ENGLISH
Statement Ernst Raue, Member of the Board of Deutsche Messe AG, Hannover CeBIT 2006, 9 March to 15 March
CeBIT aligned for maximum impact The only trade fair spanning the entire digital universe Unparalleled international mix of exhibitors and visitors Totally geared to the needs of business Strong accent on community building
In March of 2006, the world will be treated to a truly unique showcase that covers the entire digital universe in a single location - in Hannover, Germany, from 9 to 15 March 2006. But CeBIT is much more than just a shop window for new products. Knowledge transfer and networking also play an increasingly important role. With around 30 special presentations and 800 individual lectures, CeBIT is the leading platform for know-how transfer and community building - and also one of the world's biggest boardrooms. For example, the last CeBIT brought nearly half a million visitors to Hannover, including no fewer than 120,000 senior executives, managers and freelance professionals.
CeBIT is the B2B show par excellence
CeBIT is a place for doing business. While many trade shows are targeted primarily at the private customer, CeBIT is a B2B show squarely aimed at the business user. This is shown by the very high trade visitor quota of 88 per cent, the declared buying intentions of visitors (one in two visitors at CeBIT 2005 came with a list of purchasing requirements), and the show's remarkably broad international appeal, with 128,000 visitors from outside Germany.
The most international of ICT trade fairs
The same international appeal is also evident on the exhibitor side. Organizers Deutsche Messe AG are expecting nearly 6,300 exhibitors from some 70 countries at CeBIT 2006. Something like 3,300 of these firms have registered direct from abroad. Their numbers are swelled by the many international concerns which will be represented at the show by their German branch companies. The main growth area for exhibitor registrations is in Asia, with China, Hong Kong and South Korea all represented much more strongly in 2006. Next year's CeBIT is expected to attract over 1,700 exhibitors from the Asian-Pacific region - a figure unmatched by any other trade fair of its kind in the world, even in Asia. It is also gratifying to note the continuing interest from firms in the growth regions of Eastern and Central Europe. With over 200 exhibiting firms in 2006 the level of participation remains virtually unchanged from this year - despite drastic cuts in state subsidies for trade show exhibitors.
Total stand bookings for the next CeBIT amount to over 300,000 m². The large number of new registrations and returning CeBIT exhibitors is particularly pleasing. The 150 'new acquisitions' include top names such as LM Ericsson, Emerson Networks, Gazprom, the Metrogroup, Netgear, Vestel Foreign Trade and ZTE.
Digital Solutions for Work & Life
Only CeBIT shows how digital solutions for work and leisure are now rapidly converging - from software and electronic devices for business, via communications solutions for home and office, to the complete 'digital lifestyle'. The show reflects this process of convergence across the market spectrum, as information and communication technology begins to merge not only with consumer electronics and home entertainment, but also with traffic telematics and logistics.
CeBIT helps to build communities
CeBIT makes room for discussion of topical themes. Alongside the comprehensive array of exhibits covering the entire market spectrum, the program includes a growing number of themed displays that address the practical needs of the user. Each of the major display categories at CeBIT comes with its own program of forums, special events and 'hot topics', which serve to promote knowledge transfer and to build and strengthen communities. In the display category 'Business Processes', for example, we find presentations on the themes of RFID and Security. In the segment 'Digital Equipment & Systems' the highlighted themes include HDTV and Personal and Mobile Storage. Among the exciting offerings to accompany the display category 'Communications' are the special presentations VoIP@CeBIT and WLAN World. Top themes in this section include 'Telematics, Navigation and Logistics' and mobile phone TV. More solutions with the emphasis on practical application are on offer at the presentation 'Bank-Finanz-Systeme' in the 'Banking & Finance' segment, at the special display 'Geo-Information Systems' and the 'eHealth' section of the 'Public Sector Parc', as well as in the 'future talk' discussion forum that forms part of 'future parc'. The organizers of CeBIT have made a concerted effort to address the needs of small and medium-sized enterprises, with facilities such as the redesigned SME Forum in Hall 5, a dedicated website (www.cebit-mittelstand.de) that can be accessed all year round, and the special presentation 'CeBIT Business Solutions' - plus specific offerings from individual exhibitors and lecture events in all display categories at the show.
CeBIT as the meeting place for the ICT elite
For many years now CeBIT has been viewed as the meeting place of choice for the international ICT elite. New in 2006 is a series of keynote speeches delivered by senior industry figures at intervals throughout the show. Next year's roll-call of distinguished speakers includes Anand Chandrasekher, Vice President of Intel, and Guerrino De Luca, CEO of Logitech. The keynote speaker at the opening ceremony in March is Vodafone boss Arun Sarin. More heavyweight figures will be attending the 'International CeBIT Summit', which takes place on the day before the opening. Among those taking part are Gianfranco Lanci, President of Acer, Colin MacLean Boyd, CIO of Sony Ericsson, and Viviane Reding, EU Commissioner for Information, Society and Media.
CeBIT - always something new
Making its debut next year is the new feature event 'Digital Living' in Hall 27. Boasting an emotional appeal, this separate manufacturer-neutral platform created by Deutsche Messe AG is designed to supplement the more conventional CeBIT displays of digital consumer electronics. At 'Digital Living' the approach is very much hands-on, and visitors are encouraged to try out CE solutions for themselves. Aimed mainly at trade buyers and techno-freaks everywhere, the new event is open daily until 10.00 p.m., admission 10 euros (admission free to CeBIT ticket-holders). |